Vierlande

Unsere Heimat…

Die Vier- und Marschlande sind eine etwa 130 km Quadratkilometer umfassende Marschlandschaft, im Südosten Hamburgs, zwischen Geest und Stromelbe. Die natürlichen Grenzen dieser Landschaft bilden die Hauptelbe im Süden und die Geest im Norden. Durchschnitten wird sie von der Gose- und der Dove-Elbe. Dieses Gebiet bot den Menschen, bis ins 12. Jahrhundert nur bedingt Lebensraum, denn es war ein aus mehreren Inseln bestehender Sumpf. Die Marschen wurden erst durch die Eindeichung und Urbarmachung im Mittelalter, zum sicheren und dauerhaft besiedelbaren Raum. Ihr heutiges Gesicht erhielt die Vier- und Marschlande erst durch diese Maßnahmen sowie die strombaulichen Veränderungen seit dem 14. und 15. Jahrhundert.

Die Vierlande…

Die Vierlande sind eine etwa 77 Quadratkilometer große Kulturlandschaft im Hamburger Bezirk Bergedorf, bestehend aus den vier Stadtteilen Altengamme, Curslack, Kirchwerder und Neuengamme.

Erstmalig wurde die Vierlande etwa 1548 im Bergedorfer Schatzregister erwähnt, dabei bezeichnet der Name vier Kirchspiele bzw. ursprünglich vier Flussinseln im Urstromtal der Elbe, die mit den heutigen Stadtteilen weitgehend identisch sind.

Die Marschlande sind eine Landschaft im Hamburger Bezirk Bergedorf. Zu den Marschlanden gehören die Stadtteile Allermöhe, Billwerder, Moorfleet, Neuallermöhe, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg. Historisch wurden jedoch noch weitere Gebiete zu den hamburgischen Marschlanden gezählt.

Entdecke die Vierländer Tracht…

Immer mehr Menschen in den Vierlanden entdecken den Wert der schönen traditionellen Tracht für sich wieder und wer keine eigene aus alten Familienbeständen hat, fertigt nach alten Mustern eine neue an…

Die Geschichte der Vier- und Marschlande…

In den Vier- und Marschlanden waren Hopfen und Gerste die wichtigsten Anbauprodukte, die in der Brauereistadt Hamburg vom 14. bis zum 17. Jahrhundert einen starken Absatz fanden.

Hamburg galt ab dem 15. Jahrhundert als wichtigster Getreidehandelsplatz, somit wurde die Abnahme der landwirtschaftlichen Erträge garantiert. Die Marschbauern waren verpflichtet, ihr Getreide allein zum Hamburger Markt zu bringen, und die Vierländer durften das Korn nur in Hamburg oder Lübeck absetzen. Die Viehzucht dagegen nahm nur einen geringen Stellenwert ein. Die Pferde wurden von den Bauern nur als Zugvieh für die Ackerbestellung gehalten.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte der Wandel von Hamburgs „Kornkammer“ zur „Gemüsekammer“ ein. Jetzt wurden Kohl, Wurzelgemüse, Bohnen, Kartoffeln, Obst, vor allem Kirschen aus Kirchwerder, die Hauptanbauprodukte. Seine Berühmtheit erlangte die Vierlande durch den Anbau der Erdbeere, welche erstmalig 1693 angebaut wurde.

Die Haupterwerbszweige in der heutigen Zeit in den Vierlanden sind intensiver Blumen- und Zierpflanzenanbau (Curslack u. Neuengamme), Anbau von Beerenobst und Gemüse (Altengamme u. Kirchwerder) und in den Marschlanden Gemüseanbau.

Typisch für die Vierlande sind die wunderschönen, reetgedeckten, alten Bauernhäuser mit den reichverzierten Fachwerkgiebeln. Hier leben Menschen und Tiere unter einem Dach. Im vorderen Teil befindet sich der Wohntrakt und im hinteren die Stallungen und die große Diele. Innen findet man vereinzelt noch blauweiße Kachelwände und Kachelöfen, dazu Intarsienmöbel und Intarsientäfelungen. Viele dieser Fachwerkhäuser stehen heute unter Denkmalschutz.

500 Jahre Geschichte in einem Haus…

Das Freilichtmuseum Rieck Haus in Curslack zählt zu den ältesten erhaltenen Bauernhäusern Norddeutschlands. Eine zweisprachige Dauerausstellung zeigt die Kulturgeschichte der Vier- und Marschlande auf hoch- und plattdeutsch. Teil der Außenanlage sind Schöpfmühle, Getreidespeicher, Schaugarten, Backhaus, Schweinekoben und ein kleiner Spielplatz zum Entspannen.

Das Fährhaus Zollenspieker…

Das Zollenspieker Fährhaus ist ein kulturhistorisches bedeutsames Baudenkmal. Es ist ein Vierländer Wahrzeichen, dass am südlichsten Punkt der Hansestadt Hamburg liegt. Mit dem exklusiven Vier-Sterne-Hotel und dem denkmalgeschützten Fährhaus vereinen sich seit Mai 2012 moderner Hotelkomfort und mehr als 759 Jahre Geschichte.

Die Riepenburger Mühle…

Die Riepenburger Mühle befindet sich in Kirchwerder und ist eine Holländermühle. 1828 erbaut, ist sie die älteste und größte erhaltene Kornwindmühle Hamburgs. Als Mühlenstandort erwähnt wurde sie im Jahre 1318 und zählt damit zu den ältesten in Deutschland.

St. Johannis zu Curslack…

Die Kirche St. Johannis in Curslack liegt umgeben vom Dorffriedhof nördlich der Dove Elbe und ist ein Feldsteinbau, von welchem heute noch Reste in der Süd- und Westwand der Kirche enthalten sind.

St. Nicolai zu Altengamme…

Die Altengammer Kirche zählt zu den schönsten Dorfkirchen Norddeutschlands. Erbaut wurde sie 1251. Bemerkenswert sind die prächtigen Messingleuchter und die vielen Intarsien und Schnitzereien.

St. Johannis zu Neuengamme…

Die Kirche St. Johannis im Hamburger Stadtteil Neuengamme liegt südlich der Dove Elbe und gehört zu den ältesten noch erhaltenen Kirchengebäuden auf Hamburger Stadtgebiet.

St. Severini zu Kirchwerder…

Die Kirche St. Severini steht im Hamburger Stadtteil Kirchwerder und ist die größte Kirche der Vierlande. Der Kernbau ist ein Feldsteinbau und stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Altes Zollenspieker Pegelhäuschen…

Das um 1880 erbaute und 1992 abgerissene Pegelhäuschen konnte durch Spenden originalgetreu wieder hergestellt werden. Das Pegelhäuschen hatte die Aufgabe, den Wasserstand der Elbe für die Schifffahrt und die umliegenden Gemeinden zu messen. Heute bietet das kleinste Restaurant der Welt in privater Atmosphäre einen einzigartigen Rahmen für ein gemütliches Essen.

Zollenspieker Fähre…

Die Zollenspieker Fähre ist mit seiner Fährverbindung zum niedersächsischen Elbufer seit Jahrhunderten einer der wichtigsten mittelalterlichen Knotenpunkte von Handels- und Heerwegen. Die Elbfähre verbindet Zollenspieker und Hoopte, eine Überfahrt dauert in etwa 10 Minuten.